Clandestini e.V.

Spendenkonto

ClandestIni e.V.
Volksbank Südhessen-Darmstadt eG
IBAN: DE21 5089 0000 0056 8200 00
BIC: GENODEF1VBD


Kurzer Jahresbericht 2017

Liebe Spender*innen des Vereins, unser Beratungscafe in Darmstadt läuft nach wie vor gut, jeden Samstag von 14 – 18 Uhr ist geöffnet, die foodsaver bringen Lebensmittel, was fehlt wird eingekauft. Einige übernehmen dann das Kochen, das ist ein Selbstläufer geworden. An dieser Stelle ein riesengroßer Dank an das Halkevi, das uns nach wie vor die Räume kostenlos zur Verfügung stellt, obwohl sie selbst nur wenig Geld haben. In diesem Jahr hat sich die Gruppe der BesucherInnen verändert. Man kann daran immer ablesen, wie groß die Probleme mit den Asylverfahren sind.

Die Hauptgruppe kommt gerade aus Äthiopien, vor allem von der Gruppe der Oromo. Deren Situation in Äthiopien spitzt sich massiv zu, in den Asylverfahren werden aber fast alle abgelehnt. In diesem Zusammenhang haben wir in Darmstadt im April gemeinsam eine hessenweite Demo organisiert, bei der es darum ging, über die Situation zu informieren. Mit der gleichen Gruppe haben wir – zusammen mit einigen anderen Darmstädter Gruppen – eine Demo zum Antikriegstag am 01.09. auf die Beine gestellt. Wir wollten die Erinnerung und das Gedenken an die Opfer der FaschistInnen im Zweiten Weltkrieg mit den heutigen Kriegen verbinden. Dies wollen wir im nächsten Jahr gerne in ähnlicher Form wiederholen.

Das Hauptereignis des Jahres war die Vorbereitung und Teilnahme an der großen we’llCome United Parade in Berlin im September. Dazu hatten wir seit Jahresanfang bereits regionale Vorbereitungstreffen gemacht, sind immer auch mit Geflüchteten auf die bundesweiten Vortreffen gefahren. Die antirassistische Parade selbst war ein großes Ereignis, sachkundige Beobachter sagen, die größte und kraftvollste Demonstration seit Jahren. Die Vorbereitung hat viel Kraft gekostet, viel Geld musste organisiert werden, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Aus Darmstadt sind wir mit zwei Reisebussen, aus dem Rhein-Main-Gebiet mit insgesamt 8 Reisebussen nach Berlin gefahren.

Die meisten Tickets gingen an Geflüchtete, für die diese Fahrt eine gute und stärkende Erfahrung Das ganze Jahr hindurch haben wir uns an den Demonstrationen und Kundgebungen gegen die Abschiebungen nach Afghanistan beteiligt. Wir sehen darin vor allem den Versuch, Abschiebungen in Kriegs und Krisengebiete durchsetzbar zu machen und Angst unter den Geflüchteten zu verbreiten um die sogenannten „freiwilligen Ausreisen“ zu beschleunigen.

Wir versuchen dem mit Aufklärung und Solidarität zu begegnen und Bleibeperspektiven zu eröffnen. In diesem Zusammenhang sind wir im November mit der Initiative „Bürger*innenasyl“ an die Öffentlichkeit gegangen. Bereits seit Mai hatten wir Unterschriften gesammelt, im November hatten wir über 60 Menschen zusammen, die bereit waren, mit ihrem Namen öffentlich gegen dieses Unrecht zu protestieren und zivilen Ungehorsam anzukündigen, wenn dies nötig werden sollte. Über das ganze Jahr haben wir weitere Netzwerke geknüpft, die Zahl der Kirchenasyle in Darmstadt erhöht und weitere Gemeinden dafür gewonnen. In diesem Rahmen ist eine kleine Gruppe entstanden, die sich für das Thema „solidarische Stadt“ interessiert und sich regelmäßig trifft.

Wir werden sehen, wie wir dies weiter entwickeln können. Und selbstverständlich haben wir weiter viele Einzelne in ihrem Kampf um Bleiberecht unterstützt, Anwälte gesucht, beraten, ermutigt, gestritten, ins Kirchenasyl gebracht – und uns dabei immer wieder an Erfolgen gefreut. Dieser kurze Überblick ist nicht vollständig, v.a. fehlen die Aktivitäten der anderen Städte im Verbund. Dazu hoffentlich in einem Jahresbericht mehr.

Wir bedanken uns im Namen aller Beteiligten bei Euch, die Ihr mit Euren Spenden unsere Arbeit, unseren Kampf um gleiche Rechte für alle unterstützt. Bei der politischen Entwicklung werden unsere Aktivitäten wichtiger denn je und wir hoffen weiter auf Eure Unterstützung. Alle sind herzlich willkommen, Samstags bei uns vorbei zuschauen! Mit den besten Wünschen für das neue Jahr Kraft und Mut für alle anstehenden Herausforderungen Freude über die kleinen Erfolge, die wir erringen können wünschen wir von ClandestIni e.V.

 

 

ClandestIni –
Solidarität mit Flüchtlingen

So heißt der Verein, den wir Ende 2012 gegründet haben, um unsere Arbeit für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen auch finanziell zu unterstützen. Politisch stehen wir dem Aktionsbündnis gegen Abschiebungen Rhein-Main nahe, das Teil des bundesweiten Netzwerks „Kein Mensch ist illegal“ ist.  Das Aktionsbündnis initiiert und unterstützt seit ca. 20 Jahren Aktionen am Flughafen und im Rhein-Main-Gebiet und arbeitet dabei kontinuierlich mit verschiedenen Selbstorganisationen von Flüchtlingen zusammen. Wichtig ist sowohl im Aktionsbündnis als auch im Verein immer die Verbindung von politischer Aktion und Einzelunterstützung. Wir möchten nicht nur helfen, wir möchten, dass sich die Verhältnisse grundlegend verändern. Das Recht auf Bewegungsfreiheit ist für uns ein zentrales Menschenrecht, das es durchzusetzen gilt. Aber natürlich ist es in diesem Bereich immer auch wichtig, einzelne Menschen zu unterstützen, sie vor Abschiebung zu bewahren, ihnen zu helfen, ihre Rechte durchzusetzen, die Isolation in den Lagern aufzubrechen.

Von 2011 bis 2014 waren wir kontinuierlich mit einer kleinen Gruppe im Containerlager in Oberursel präsent und unterstützten sowohl Einzelpersonen als auch eine Organisierung gegen die unzumutbaren Verhältnisse dort. Mittlerweile haben wir unsere Aktivitäten mehr nach Darmstadt verlagert. Dort gibt es seit Juli 2015 ein refugee cafe, das ausgesprochen gut besucht wird. Die Leute treffen sich, kochen gemeinsam und erhalten Beratung in verschiedenen Angelegenheiten. Auch gemeinsame politische Aktionen sind Bestandteil, z.B. eine Fahrt zur großen refugee conference nach Hamburg, gemeinsame Fahrten zu Demos etc. Das Cafe ist so wichtig, dass auch Leute aus dem Umland kommen. Es gibt einen großen Bedarf an Zusammenkommen, Unterstützung, einem Platz außerhalb der Unterkünfte.
In der Einzelunterstützung geht es um verschiedene Dinge: die Begleitung zum Amt, die Vermittlung von Ärzten, die Suche von Kindergarten- und Schulplätzen, die Vermittlung eines Anwalts, Ansprache bei vielen Problemen.

Die Beratung zu aufenthaltsrechtlichen Fragen und zur Verhinderung einer Abschiebung stehen allerdings im Mittelpunkt. Hier müssen i.d.R. Anwälte eingeschaltet werden, dafür brauchen wir Geld. Insbesondere die Geflüchteten, die noch in Sammelunterkünften leben, können die Anwaltskosten nur unter größten Mühen zahlen, deshalb unterstützen wir dabei.
Viele Freundinnen und Freunde haben wir in den letzten Jahren unterstützt und damit v.a. die Abschiebung nach Italien, in die Obdach- und Perspektivlosigkeit, verhindern können. Abschiebungen auch politisch zu bekämpfen bleibt ein wichtiges Feld für uns.

Deshalb brauchen wir viele Spenderinnen und Spender!

Wir freuen uns über kleine und große, einmalige und kontinuierliche Beträge!